Samstag, 31. Mai 2014

Donaureise Teil 16: vom „Eisernen Tor“ nach Timisoara



Blick auf die Innenstadt von Drobeta Turnu Severin: unser Bus von oben



Nachdem wir das Stauwerk „Eisernes Tor“ überquert hatten, fuhren wir gleich in die Innenstadt von Drobeta Turnu Severin. Bei „Orange Romania“ haben wir uns dann eine Internet-Karte besorgt.
Orange.ro - aktuelle Daten für Rumänien

SIM-Karte plus 2,5 GB Aufladung haben rund 15 EUR gekostet. Das Volumen gilt für max. 30 Tage. An Daten muss nur der Name und die APN eingetragen werden (siehe Foto).



Anschl. gab es dann noch eine kleine Stadtbesichtigung: die üblichen Kirchen, ein interessanter Wasserturm. Wir bleiben über Nacht. 
Schöne Orhtodoxe Kirche in Drobeta Turnu Severin
 
Wasserturm in Drobeta Turnu Severin

Am nächsten Tag bemerke ich ein Klemmen beim Bremspedal. Es kommt nicht mehr von allein zurück, sondern man muss mit dem Fuß nachhelfen. Ich denke gleich an die vielen Wasserfahrten in Serbien im Überschwemmungsgebiet und vermute, dass die Schmierung weg ist. WD40 hilft allerdings nicht wirklich weiter.

So verabreden wir mit Deian,  einem Bulli-Fahrer (VW-Bus T2b), den wir vom Forum „VW-Club Romania“ kennen,einen Besuch bei ihm in Arad, wo wir dann genauer schauen wollen. Deian hat auch für Rumänien einen Internetshop für Volkswagen-Oldtimer. Da bekommen wir auch notfalls Ersatzteile.



Eigentlich wollten wir ja über die E 70 (Nationalstraße 6) nach Timisoara, nur entdecken wir unterwegs ein Schild: „Cascada Brigar“. 
Cascada Bigar
Das macht uns neugierig und da auch die kleine Nebenstraße irgendwie grob in die richtige Richtung führt, beschließen wir, links abzubiegen. Wir werden es nicht bereuen!



Bei den Wasserfällen liegt ein Parkplatz. Wir sind die einzigen Touristen. Es steht allerdings ein Wohnwagengespann da, deren Besitzerpaar Kaffee und Kuchen offeriert. Colette wird gleich von einigen Hunden begrüßte und spendiert eine Runde „Hunde Snacks“, die sie extra für solche Gelegenheiten sozusagen als „Wegezoll“ gekauft hat. Ich frage den Mann „mit Händen und Füßen“, ob er einen Blick auf unseren Bus werfen kann und gebe dafür ein Trinkgeld.

Parkplatz am Wasserfall Cascada Brigar mit dem Wohnwagen-Imbiss
Wir ziehen dann unsere Laufschuhe an, nehmen die Wanderstäbe und ziehen los.

Beim Wasserfall geht ein Weg weiter durch den Bach und über eine Stegtreppe nach oben.

Am Seil entlang geht es bis in eine Höhle.
Cascada Bigar

Cascada Bigar

Cascada Bigar

Cascada Bigar

Die Anlage liegt im Naturschutzgebiet, sehr nett aufgebaut, auch eine kleine Schutzhütte und eine Grillmöglichkeit sind vor Ort.



Als wir zum Parkplatz zurück kommen, parken inzwischen mehrere Autos dort.

Wir ziehen wieder die Schuhe um und werden von der Frau mit dem Imbiss-Wohnwagen mit süßen Pfannkuchen überrascht. Ob ihr das Füttern der Hunde so gut gefallen hatte, das Ehepaar sich für das Trinkgeld „revanchieren“ wollte, oder wir durch unser Parken bewirkt haben, dass Kundschaft kam …

keine Ahnung. Es hat sehr gut geschmeckt und wir haben uns über die Geste sehr gefreut. Als ich bei der Tablettrückgabe mich noch einmal bedankte, drückte sie mir noch ein kleines Heiligen-Bildchen in die Hand, als Segen für eine gute Fahrt. Wir wünschen dem Paar in diesem Sommer ganz, ganz viele nette Gäste. Die beiden stehen ganz offiziell dort und haben auch die Genehmigung im Wohnwagenfenster hängen.

Fahrt durch die Karpaten
Bergbrunnen in den Karpaten: Nachfüllen von Frischwasser

Auf der weiteren Fahrt kommen wir auch an einem der zahlreichen Gebirgsbrunnen vorbei, an dem die Einheimischen ihr Tafelwasser holen. Auch wir füllen Frischwasser im Tank nach. Zum Trinken und Kaffeekochen benutzen wir allerdings generell immer Flaschenwasser aus dem Supermarkt.

Durch die Karpaten: Fuhrwerken begegnet man öfter

Auf der Strecke übernachten wir in Oravita, nach einem netten Abendessen in einer Pizzaria.



Als wir am nächsten Morgen die ersten Kilometer gefahren sind, taucht plötzlich auf der Seite mitten in den Wiesen und Feldern ein neueres Gebäude auf und wir lesen ein Plakat am Zaun „ Strand Therme“. Neugierig halten wir. Es ist ein Restaurant mit Thermalwasser-Schwimmingpool.Das nutzen wir gleich aus und bleiben tagsüber dort.
Strand Termal "Ring"
Am Spätnachmittag fahren wir dann noch ein Stück und kommen durch einige Dörfer mit Storchennestern. Insgesamt 20 belegte Nester zählen wir in den 5 Weilern, die wir durchfahren und entdecken auch ein Nest, in dem beide Störche gerade „zu Hause“ sind.
Storchenpaar bei Deta / Rumänien

Storchenpaar bei Deta / Rumänien

Die Nacht verbringen wir dann in Timisoara.



Am nächsten Tag schauen wir uns im der Stadt, die auf deutsch Temeschwar oder auch  Temeschburg heißt, und früher eine große deutsche Gemeinde hatte, um.
Timisoara: Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen
Timisoara: Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen

Die Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen, die von König Michael I (Michael von Hohenzollern-Sigmaringen / Michael von Rumänien)  gestiftet wurde, das Staatstheater, Rathaus, Synagoge und zahlreiche Barockbauten findet man im Stadtbild. 

Timisoara

Timisoara

Timisoara

Timisoara: Synagoge

Leider wird zur Zeit viel renoviert und gebaut. Die  Neugestaltung verzögert sich auch durch manchen antiken Fund aus der Römer- und aus der Türkenzeit. Aber daddurch gibt es zur Zeit sehr viele aktuelle Ausgrabungen zu sehen.
Timisoara: Ausgrabungen - türkisches bad
 

Mittwoch, 28. Mai 2014

Donaureise Teil 15: Golubac und Eisernes Tor




Von Belgrad aus fahren wir zunächst auf der linken Donauseite weiter stromabwärts.


In der Nähe von Banatski Brestovar (rund 45 km von der serbischen Hauptstadt entfernt)
übernachten wir auf dem sehr schönen kleinen Campingplatz „Jadukov Cvet“.
Die Rosenbeete sind mit sehr viel Liebe angelegt. Der Platz hat sehr gute renovierte Waschräume und ist sehr preisgünstig.
Bis zur Donaulände läuft man rund 10 min. Wegen des Hochwassers kommt man aber nur bis zum Damm. Diesen Campingplatz können wir wärmstens empfehlen.


Campingplatz „Jadukov Cvet“
 
Campingplatz „Jadukov Cvet“

Unser nächstes Ziel ist die Festung Golubac. Vorher halten wir aber noch in Smederevo. Hier gibt es am Zusammenfluss von Jezava und Donau noch die Reste einer alten imposanten Festungsanlage.
Festung Smederevo

Festung Smederevo

Am Bahnhof liegen schon die Sandsäcke für die am nächsten Tag erwartete Donauflutwelle.
Nun, bisher sind die Straßen noch gut befahrbar und es scheint wieder die Sonne.
Sandsäcke am Bahnhof Smederevo als Hochwasserschutz

Innenstadt Smederevo
In Veliko Gradište fragen wir trotzdem bei der Wasser-Grenzpolizei nach. Zwar wird das Hochwasser an der Donau morgen einen neuen Scheitelpunkt haben, aber der Capitano beruhigt uns. Die Strasse entlang der Donau sei sicher und das Flußtal gerade auf dem nächsten Abschnitt sehr sehr schön. Natürlich wird auch hier wieder der Bus besichtigt.
Wasser-Grenzpolizei in Veliko Gradište

Donau bei Veliko Gradište: am anderen Uer liegt jetzt Rumänien
an der Donau entlang Richtung "Eisernes Tor"

an der Donau entlang Richtung "Eisernes Tor"

Der nächste Campingplatz „Camp Toma Brnjica“ liegt einsam und verlassen direkt an der Donau.
Alles macht auf uns einen nicht gerade sehr gepflegten Eindruck, niemand ist da und uns ist die Hochwasser-Situation zu unsicher, um dort einfach zu bleiben. Im nächsten Dorf Brnjica finden wir einen Übernachtungsplatz direkt am Gebirgsbach.

Brnjica: Übernachtungsplatz direkt am Gebirgsbach


Donau-Lurchi beim Sonnenbad :-)

an der Donau entlang Richtung "Eisernes Tor"
Golubac ist sehr eindrucksvoll. Die Festungsruine thront auf einem Felsen direkt über der Donauenge. 
Golubac

Golubac

Golubac: kein Schnee, sondern Blütensamen


Festung Golubac: 2 Turteltäubchen

Die Festung Golubac war nach Belgrad die wichtigste Bastion, 1315 bereits urkundlich erwähnt. Heute liegen einige Gebäude im Wasser, weil sich durch die Aufstauung der Wasserspiegel der Donau gehoben hat.

Golubac
Bald nach Golubac kommt dann das "Eiserne Tor", die Engstelle zwischen dem Serbischen Erzgebirge im Süden (rechte Stromseite) und dem Banater Gebirge im Norden (linke Seite).
Leider fehlen Hinweistafeln und so verpassen wir das "Tor" zunächst. Also umkehren und rund 1 km zurück fahren bis zu einem Picknick-Parkplatz. 

Donau: Eisernes Tor

Donau: Eisernes Tor

Donau: Eisernes Tor - hier fährt gerade ein Ausflugsschiff in die Enge ein
 
Donau: Eisernes Tor

Donau: Eisernes Tor

Donau: Eisernes Tor - Kloster Mraconia



Donau am Eisernen Tor: Aussicht aus unserem Wohnzimmer beim Frühstück :-)

Wasserlauf-Kraftwerk ""Eisernes Tor"
Es ist dann nicht mehr lang hin bis zum Stauwerk „Eisernes Tor“. Leider darf man die Anlage und das Laufwasser-Kraftwerk nicht aus der Nähe fotografieren. Die Anlage ist ein Gemeinschaftsprojekt von Rumänien und Serbien, hat 12 Turbinen und liefert seit 1972 Strom. Durch das Bauwerk wurde der Wasserspiegel um 35 Meter angehoben. Infos: http://www.irongates.ro
Bis vor wenigen Jahren musste man hier für 41 Euro mit der Fähre nach Rumänien übersetzen. Heute darf man gebührenfrei die Straße auf dem Staudamm benutzen.
Nach wenigen Minuten waren wir auf der Rumänischen Seite bei Zoll. Dort gab es ein großes Hallo.
Ein deutscher T2-VW-Bulli kommt eben selten vorbei.

ACHTUNG :Ganz wichtig für Rumänien!!!
Direkt nach der Grenze parken und zu Fuß zur Verkaufsstelle für die Strassenbenutzungs-Genehmigung. Ohne diese darf man auf keinen Fall weiterfahren, auch nicht auf der Landstraße. 
Rumänien: hier braucht man unbedingt die Strassennutzungsgenehmigung!
Man bekommt übrigens nur ein Papier, auf dem Kennzeichen und Fahrgestellnummer des Autos vermerkt sind und keine Vignette.
Für 3 Monate zahlt man übrigens 13 EUR. Damit darf man alle Strassen, auch die Autobahnen und Schnellstraßen befahren. Es gibt auch zeitlich kürzere Genehmigungen.